Archiv des Autors: Christian Mundhenk

Liebe Mitglieder des Familienverbandes,

ein paar einleitende Worte zum nachfolgenden Beitrag von Klaus Mundhenke ✝︎

Leider musste der Vorstand unseres Familienverbands zu Beginn diesen Jahres vom Tod von Klaus Mundhenke aus Nidderau erfahren, er verstarb bereits am 02.07.2019
Klaus war viele Jahre Mitglied und stolz auf seine Mundhenken-Herkunft und somit dem Familienverband sehr verbunden. In der letzten Zeit meiner Vorstandstätigkeit hatte ich häufig telefonischen Kontakt zu Klaus, es war Ihm ein großes Bedürfnis an einer unserer Mitgliederversammlungen einen Vortrag über „Die Mundhenken“ zu halten. Dazu haben wir einige Male Gedanken ausgetauscht.

Da es dazu leider nicht mehr gekommen ist, hat seine Frau Dagmar mir die handschriftlichen Ausführungen von Klaus, die er teilweise in seinen letzten Lebenstagen im Krankenbett verfasst hat, zugesandt mit der Bitte sie den Mitgliedern des Verbands zur Kenntnis zu geben.

Manfred Mundhenk aus Bad Pyrmont hat die Ausführungen von Klaus dann in’s Reine geschrieben und für die Veröffentlichung auf unserer Homepage vorbereitet… vielen Dank dafür an Manfred ! Sollte es mal wieder einen Familienbrief geben, soll die Veröffentlichung auch auf dem Weg erfolgen.

Wir werden uns gerne an Klaus Mundhenke erinnern.
Günther Hundertmark


Letzte Worte und Gedanken von Klaus Mundhenke

(ehem. Richter in Frankfurt/Main, handschriftlich verfasst; -auf doc-Format geschrieben von Manfred Mundhenk, 6.2020)

I

Liebe Träger des Nachnamens Mundhenke, lieber Günther (ehem. Vors. des Mundhenkenverbandes), inzwischen gibt es mehr und mehr junge Leute, die am Erhalt dieses Namens interessiert sind. In dieser schnelllebigen Zeit muss man die Muße finden, um bei der Aufarbeitung der Geschichte der gleichnamigen Familie zu unterstützen. Wenn wir heute in die Zeitung gucken, verwirrt es, was uns dort an angeblich Wissenswertem abgedruckt steht und wir schütteln den Kopf darüber, da wir gerade dabei sind, unsere eigene Geschichte nicht nur mit den Füßen zu treten, sondern nicht einmal bereit sind, unserem Vereinsvorsitzenden bei dieser Aufgabe zu helfen; ich habe ihm versprochen, solange zu leben, bis diese Aufgabe erledigt ist und dies aus eigenem Interesse zu tun. Ich muss also im fortgeschrittenen Alter so manche Anstrengung unternehmen, um mich am Leben zu erhalten, bis ich meine Aufgabe erfüllt habe. In meinem letzten Brief an Günther schrieb ich sarkastisch, ich könnte diese Aufgabe aus eigener Kraft nicht zu Ende führen. Aber meine Frau hat mich dabei stets ermuntert. 

II

Was heißt das? Ich bin entschlossen, mir das von der Seele zu reden, was geeignet ist, Günther für seine Aufgabe zu dienen– er weiß es noch gar nicht. Ich muss eilen, dem Verwandschaftsverband alles das zur Verfügung zu stellen, solange es überhaupt ihn noch gibt. Wer meine Ideen unterstützen möchte, wende sich an alle Empfänger des Rundbriefes. Und ich hoffe sehr, dass sich mancher angesprochen fühlt; es gibt so viel zu erzählen. Jeder kennt das schöne Foto aus den 20er Jahren, auf dem Namensträger aus Niedersachsen die Gründung feierten und jeder aus unserem Verband ist erschüttert über den Verlust an Mitgliedern, von denen jeder schmerzlich ist. Denn in dem bisherigen Wirken des Vereins steckt ein Bruchteil an Erinnerung und auch an Geschichte, die unersetzbar ist. Immerhin haben wir ein Wappen und eine Satzung; beides darf nicht verloren gehen, weshalb ich sogleich in medias in res, also mitten ins Thema, gegen das Vergessen mit meinen Worten schreite.

III

Die Geschichte hat sich, wenn ich zurückdenke, nicht negativ auf das Ansehen unseres Namens ausgewirkt. Hier einige Beispiele, die dies belegen und die erwähnt werden müssen, um den Namen „Mundhenke“ in Erinnerung zu behalten; für mich ist nicht zu vergessen, dass ich als junger Mensch an der Emmer (Fluss in Pyrmont) Wanderungen unternommen, in alten Familienbüchern geforscht – vor allen in den Kirchenaufzeichnungen und nach Trägern des Namens Mundhenke gefragt habe. Dabei konnte ich in Erfahrung bringen, dass die Mundhenken zumeist Bauern und stets köstliche Kartoffeln anbauten, die bei uns zu Haus für den ganzen Sommer reichten. Leider – so muss ich erfahren – dass die sogenannten Einkellerungskartoffeln ausgestorben sind, obwohl erst durch Friedrich dem Großen aus Südamerika geholt worden waren.

Deshalb leben wir von Gemüse, welches in fernen Ländern wächst, wir machen uns abhängig, weil die Transportwege so günstig sind und wir unsere Umwelt kaputt gemacht haben.

Das Schlagwort: „Reichsnährstand“ von Adolf Hitler hat ausgedient, womit bewiesen ist, dass auch die Mundhenken von totalitären Regimen niemals abhängig waren. Es war in diesem Zusammenhang allerdings nicht unwichtig, dass ein Machtkampf besonderer Art stattgefunden hat, den die Mundhenken letztlich gewonnen haben; nämlich der rohen Gewalt, die sich nahm, was sie brauchte und der Bauernschaft, die sich unentbehrlich gemacht hatte. Im Zuge eines Machtkampfes gelang es den Burgherren, die Oberhand zu gewinnen, obwohl sie bis dahinin den Burgen und Schlössern unangefochten Vorräte zu sichern, um das hochherrschaftliche Lebenzu genießen.

V

Die vom schönen Leben abhängigen Ritter konnten sich den Luxus bei Hof nur noch dadurch leisten, indem sie aus ihrer eigenen Habe den Bauern Land abtraten und ihnen gestatteten, selbst kleine Herrschaften ihrer Höfe zu gründen, um keine Abgaben mehr an die Ritter zu leisten, denn letztere hatten sich verpflichtet, die Bauern mit Ackererzeugnissen auszustatten; so kauften sich die Bauern frei vom Lehen und die Ritter verloren ihre Selbstständigkeit. Es war ein Machtwechsel, den Martin Luther selbst zunächst falsch einschätzte und in Folge seines Irrtums in vielen Schriften zollte, um dadurch den geehrten Bauern ihrerseits mit Schriften zur Seite zu stehen – wehr Dich Garde, der Bauer kommt – um sie zu widerrufen, weil sie dadurch den Bauernkriegen Contra bieten konnten, die ebenfalls Schriftgelehrte  beschäftigten.

VI

Ich wünsche mir mehr Kontakt mit anderen Mundhenken, wenn ich wieder gesund bin. So will ich mich nach Manfred (Ehrenvorsitzender Verwandschaftsverband) erkundigen und dem Sportlehrer, seinem Sohn (Christian, inzwischen FU Berlin) an der Sporthochschule (Köln), der damals spontan zum Umzug von Tochter Verena als Hilfe gekommen ist. Ich will ihn mal mit unserem älteren Sohn bekannt machen und mit dem Sohn Theodor, den sie mit einem BVB-Spieler hat. Ich möchte auch von der Vergangenheit des Verbandes berichten, in dem wir eine Vielzahl von Ausflügen unternommen haben – etwa zu Gräbern früherer Berühmtheiten aus unserer Familie und die geadelt wurden, an meine Wegbegleiter Ludwig Erhard und Theodor Heuss und an ein früheres Mitglied aus dem Führerhauptquartier, das und berichten kann, wie man sich verhalten musste, um nicht ins Sperrfeuer der Nazis zu gelangen. So kam ich andererseits zu meiner Beschäftigung als Betreuer von Ausländern, in deren Rahmen mir meine Sprachkenntnisse zugutekamen. Bilder aus der Vergangenheit sind dabei. Es soll mich nun nichts mehr davon abhalten, diesen Bericht zu schreiben. Dies wird auch so manchen unserer ausgetretenen Verbandsmitglieder interessieren.

VII

Ich habe Manfred auch ein Foto geschickt von einer Kirche, die das Wappen unserer Familie trägt. Außerdem habe ich noch eine Frage:

Wer kann mir die Anschrift und Telefonnummer von dem Käufer unseres früheren Hauses besorgen, dem ich gern einen Stich und alte Pläne übersenden möchte, wie man sie heute als Erinnerung rahmt und aufhängt; es gehört auch ein Stich dazu, den der Bruder meines Vaters von einem Stein auf der Straße nach Wangelist gefertigt hat, der ihm angeblich täglich vor dem Verkehrstod gerettet hat.

Ganz zum Schluss:  Wer ist denn bereit, sich an der Fortschreibung der Chronik von Herrn Ritter zu beteiligen, um zu gewährleisten, dass sich jedes Verbandsmitglied darin wiederfindet?

Herzlicher Gruß, Klaus

(kursiv= Erläuterungen)

Familientreffen 2015 – Bilder aus Dortmund

Hier gibt es erste Bilder vom Familientreffen:

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